GENÈVE/GENF/GENEVA, 19 - 22 SEPTEMBRE/R 2001
     

français

MODULE : Stratification et inegalite/Stratification et inegalite

 
deutsch




Matthias DRILLINGND
Fachhochschule für Soziale Arbeit beider Basel,  matthias.drilling@fhsbb.ch

Risikolagen von sozialhilfeabhängigen jungen Erwachsenen

In ihrem Bericht 2000 verweist die Städteinitiative "Ja zur Sozialen Sicherheit" darauf, dass die Sozialhilfedichte der 18- bis 25-Jährigen in schweizerischen Städten die zweithöchste aller Altersklassen ist. Welchen konkreten Risikolagen steht diese Altersgruppe gegenüber? Welche Bedeutung haben Variablen Geschlecht und Nationalität? Über welche Bildungsressourcen (Bildung als der Schlüssel für die Stellung in einer Gesellschaft) verfügen diese jungen Erwachsenen? Aufbauend auf den Daten des Fürsorgeamtes der Basel-Stadt (Vollerhebung) werden Risikolagen für die Zielgruppe 18-25-Jährige untersucht. Durch eine Verbindung von statischer und dynamischer Betrachtung werden Verläufe analysiert und Empfehlungen formuliert, welche konkreten Massnahmen z.B. von Seiten der im Berufsbildungsbereich tätigen Institutionen notwendig werden bzw. wie bestehende Massnahmen optimiert werden können. Der Beitrag stellt erste Ergebnisse des vom Nationalfonds und der Kommission für Technologie und Innovation geförderten Projektes "Risikolagen fürsorgeabhängiger Jugendlicher" vor.

Yves FLÜCKIGER , avec/mit José RamirezND
Université de Genève,  yves.flueckiger@ecopo.unige.ch

Ouverture aux échanges et inégalités des revenus en Suisse

Grâce à une série longue constituée à partir des données de l'Administration fiscale fédérale, nous étudions l'influence de différentes variables sur l'évolution de l'inégalité des revenus mesurée par le rapport entre les revenus des quintiles supérieur et inférieur. Parmi les variables étudiées, c'est surtout l'ouverture au commerce extérieur qui nous intéresse. Une approche complémentaire met en jeu différents aspects d'ajustements structurels par branches depuis le début des années 90. L'influence des différences de branches sur l'évolution des salaires sera étudiée à l'aide de l'enquête structurelle sur les salaires de 1994, 1996 et 1998 (LSE).

Robert FLUDER , avec/mit Thomas PRIESTER, Elisa STREULIND
Bundesamt für Statistik Soziale Sicherheit,  robert.fluder@bfs.admin.ch

Armutsrisiken der Erwerbstätigen in der Schweiz: Entwicklung und Struktur der Working Poor

In der Schweiz leben rund 250'000 Personen in Armut, obwohl sie erwerbstätig sind. Zum Aufbau einer Armutsberichterstattung hat das BFS vom Büro BASS eine Studie zu den Working Poor erstellen lassen. Anhand einer kohärenten Definition und mittels neuer Daten wurden die Working Poor in der Schweiz identifiziert und Ursachen und Verläufe untersucht. Ausgehend von der BASS-Studie über die Working Poors werden die wichtigsten Faktoren für das Armutsrisiko thematisiert. Können ausserdem typische Verlaufformen identifiziert werden? Welche Lebenssituation spielen beim Übergang in den Status des Working poor eine wesentliche Rolle und welche Faktoren begünstigen die Überwindung von Armutslagen? Mittels der Daten der SAKE über einen Zeitraum von 5 Jahren werden schliesslich die Risikofaktoren anhand von Verlaufsmustern vertieft untersucht.

Brian MILNEND
Cambridge,  blmilne@yahoo.com

Participation or Power Sharing: Is it possible for children to enjoy the privileges of citizenship?

The UN Convention on the Rights of the Child has been with us since 1989. Having adopted the Convention into Swiss law (March 1997), Switzerland is now obliged to implement all 54 Articles. Articles directly pertinent to the delivery of rights to children can roughly be seen under the ‘3P’ categorisation: ‘provision, protection and participation’. This paper addresses the final category, participation, and asks whether class and economic status have any bearing on the delivery of the child’s participation in civil society. By implication, ‘provision and protection’ are for those who need them, whereby ‘participation’ would consequently appear to be the privilege of children whose least need to be provided for or protected. Since class often closely correlates with economic status, and the relative wealth of an individual often allows him or her to enjoy certain ‘privileges’, it may be fair to assume that participation in civil society is one of the most accessible of these privileges. This paper sets out to examine and begin to answer that hypothesis.

Rolf NEF , avec/mit Hanspeter STAMM, Markus LAMPRECHTND
Hoschschule für Soziale Arbeit ZH,  nef@hssaz.ch

Ungleichheiten, Ungleichheitswahrnehmungen und „neue Unübersichtlichkeit«

Seit Ende des vergangenen Jahrzehnts ist ‘Soziale Ungleichheit’ im wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs (wieder) zu einem zentralen Thema geworden. Die Ursachen für diesen Sachverhalt sind vielfältiger Natur: Die (Struktur)Krisen haben einem in Erinnerung gerufen, dass (befriedigende) ‘Individualisierung’ die Verfügbarkeit eines verlässlichen Jobs und/oder eines minimalen Einkommens voraussetzt; die forcierte (ökonomische) Globalisierung bzw. die dadurch bewirkte Schwächung nationaler (sozial)staatlicher Versorgungserwartungsarrangements haben einen damit konfrontiert, dass ‘Wertwandel’ an territorial fixierte Leistungsvoraussetzungen gebunden ist. Das ‘Revival’ des Themas ‘Soziale Ungleichheit’ impliziert keinesfalls auch ein ‘Revival’ klassischer Strukturierungsformen. Dass dergleichen ‘Lösungen’ zur Zeit eher die Ausnahme denn die Regel sind, zeigt schon ein oberflächlicher Blick auf neuere Abstimmungsresultate. Zu erklären ist der Sachverhalt, dass die Bevölkerung Ungleichheiten zwar durchaus ‘realitätsadäquat’ wahrnimmt und z.T. auch sehr kritisch bewertet, dass aber ungleichheitskritische ‚Mobilisierung‘weitgehend unterbleibt. Auf der Basis ausgewählter empirischer Resultate des erweiterten 99er schweizerischen ISSP-Surveys wird versucht, diesem Phänomen im Spannungsfeld zwischen Individualisierungs-, Anomie- und Ideologietheorie(n) detaillierter auf den Grund zu gehen.

Denise PARISND
ETH Zürich,  paris@soz.gess.ethz.ch

Lebensstandard und Deprivation im europäischen Vergleich

Deprivationsbasierte Armutsmasse basieren auf den faktischen Lebensbedingungen von Individuen, wobei unter Deprivation der Ausschluss von mehr oder minder grossen Teilen eines allgemein akzeptierten Lebensstandards verstanden wird. Auf der Grundlage von Townsends Konzept der relativen Deprivation wird im vorliegenden Beitrag untersucht, welche Vorstellungen von einem angemessenen Lebensstandard in der Schweiz und in weiteren europäischen Ländern bestehen und inwieweit diese mit dem tatsächlich realisierten Lebensstandard korrespondieren. Das Ausmass an Deprivation in den untersuchten Ländern wird anhand von Deprivationsindizes verglichen. Vom methodischen Standpunkt her interessiert, welche (sozialpolitischen) Konsequenzen es für die Interpretation von Deprivationsindizes in international vergleichenden Studien hat, wenn durch die Einbeziehung unterschiedlicher Mindeststandards keine gemeinsame Referenz verfügbar ist.

Heinrich ZWICKYND
Fachhochschule Aargau,  heinrich.zwicky@ag.ch

Zur praktischen Bedeutung der Ungleichheitsforschung

Der Beitrag setzt sich zum Ziel, verschiedene Aspekte der Ungleichheitsforschung unter der Perspektive der praktischen Bedeutung für die Soziale Arbeit zu diskutieren. Dabei wird der Diskussionsstand in verschiedenen Teilbereichen der Ungleichheitsforschung zusammengefasst und hinsichtlich der praktischen Konsequenzen thematisiert. In einem abschliessenden Teil werden Folgerungen formuliert, wie die praktische Bedeutung der Ungleichheitsforschung verbessert werden könnte. Folgende Teilbereiche der Ungleichheitsforschung werden dabei unterschieden und an ausgewählten Beispielen diskutiert: 1.) Metaebene: Stellenwert der Ungleichheitsfrage in theoretischen Modellen. 2.) Ungleichheitsmodelle 3.) Determinanten sozialer Ungleichheit 4.) Wahrnehmung sozialer Ungleichheit 5.) Konsequenzen sozialer Ungleichheit 6.) Soziale Ungleichheit zwischen überindividuellen Einheiten




Socio.01
Département de Sociologie, Université de Genève
Bd du Pont-d'Arve 40, 1211 Genève 4
Tél. (022) 705-83-02, socio01@socio.unige.ch