GENÈVE/GENF/GENEVA, 19 - 22 SEPTEMBRE/R 2001
     

français

MODULE : Sociologie economique/Sociologie economique

 
deutsch




Jean-Michel BONVINND
Université de Fribourg,  jean-michel.bonvin@unifr.ch


L'école de la régulation insiste sur le caractère nécessairement encastré (embedded) des institutions économiques. La cohésion sociale ne résulte pas ici de 'action bénéfique d'une hypothétique main invisible, mais de la mise sur pied, organisée par la main parfaitement visible de l 'action gouvernementale, d'instances de régulation (notamment pour ce qui concerne la monnaie, le régime de concurrence, le rapport salarial, la division internationale du travail et les relations entre l'Etat et l'économie). Sur chacun de ces plans, la mondialisation des activités économiques et financières induit des bouleversements qui entraînent une profonde remise en question du modèle caractéristique des Trente Glorieuses (lefordisme) et posent avec une acuité toute particulière la question du nouveau régime de régulation. Cette contribution se propose d'évaluer la pertinence des analyses menées par les tenants de l'Ecole de la régulation dans le domaine particulier des politiques de l'emploi, où les nouvelles pratiques d'activation et de mise en oeuvre délocalisée, qui tendent à se généraliser dans les pays industrialisés sous l'instigation de l'OCDE et de l'Union européenne, se trouvent en opposition tranchée avec les instruments mobilisés durant la période fordiste.

Alessandro PELIZZARIND
Université de Lausanne,  alessandro.pelizzari@hist.unil.ch

Eine Finanzsoziologie des New Public Management

Mit Blick auf die so genannte »Krise der Staatsfinanzen« verschreiben immer mehr Consultants und Betriebswirte den öffentlichen Diensten eine Magerkur. New Public Management (NPM) nennt sich die aus den USA importierte »Wissenschaft«, welche die Effizienz des öffentlichen Sektors zu steigern verspricht, ohne dass dabei auf radikalen Sozialabbau zurückgegriffen werden muss. Es gibt aber kein unpolitisches Sparen: Wie eine finanzsoziologische Analyse des Kantons Zürich zeigt, stehen NPM-Reformen mit der Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse, der Einführung kostendeckender Preise für die »Produkte« der Verwaltung und der Privatisierung der profitabelsten Sektoren für einen Staat, der im Namen der Wettbewerbsfähigkeit alle (angeblich) vermarktbaren Bereiche vermarktet und sich durch die Übernahme kapitalkonformer Unternehmensstrukturen in den Dienst mächtiger Partikularinteressen stellt.

Alexander SALVISBERG , avec/mit Urs KLARERND
Universität Zürich,  salvis@soziologie.unizh.ch

Wandel desJedermann-Arbeitsmarktes in der Schweiz 1950-2000

Arbeitgeber verbinden ein Stellenangebot meist mit einer Reihe vonAnforderungen an die potentiellen Bewerber. Sie machen damit klar, dassfŸr die zu erledigende Arbeit nur eine Person in Frage kommt, diespezifische Kenntnisse und FŠhigkeiten mitbringt. Diese an sich banale Tatsache hat weitreichendeFolgen. Aus der Sicht des einzelnen Stellensuchenden – ausgestattetmit seinem persšnlichen Set an Kompetenzen und Voraussetzungen –zerfŠllt der Arbeitsmarkt in zwei Teile: einen grundsŠtzlich zugŠnglichenBereich und einen anderen, wo er sich gar nicht erst zu bewerben braucht.Der Arbeitsmarkt wird qualifikationsbedingt segementiert. Unsere Untersuchung verknŸpft die Frage nach der Gliederung desArbeitsmarktes in Segmente mit derjenigen nach dem Wandel derQualifikationsanforderungen. Besonderes Interesse kommt dabei demStellenangebot fŸr wenig qualifizierte Arbeitnehmer zu («Jedermann-Arbeitsmarkt»), welches am stŠrksten vonder allgemein konstatierten Zunahme der Qualifikationsanforderungenbetroffen ist. Im zunehmenden qualifikatorischen «Mismatch» von Stellenangebot und Arbeitswilligen wird denn auch das strukturelleGrundproblem des Arbeitsmarktes verortet. Die wiederholte Forderung nach«Bildungsoffensiven» illustrieren diese Erkenntnis. Dabei bildet die Berufsausbildung diezentrale, aber keineswegs die einzige QualifikationshŸrde. †ber denErfolg in der Arbeitswelt entscheiden nicht alleine die berufsfachlichenQualifikationen, sondern auch berufsŸbergreifende «SchlŸsselqualifikationen» spieleneine wesentliche – und wachsende – Rolle. Wachsende Anforderungen an berufliche und berufsŸbergreifende Qualifikationen heisst, dass im Zeitverlauf die Gesamtsummeder relevanten Zugangsbarrieren zunimmt. Aus der Perspektive derSegmentationstheorie bedeutet dies also auch steigende Segmentation:Erstens sind immer mehr Stellen nur noch mit spezifischen Voraussetzungenerreichbar, zweitens wŠchst gleichzeitigdie Summe dieser Voraussetzungen. Diejenigen Stellen aber, welche imJedermann-Arbeitsmarkt verbleiben, erleben eine relative Abwertung: dieDistanz zur «Durchschnittsstelle» wŠchst. Wie sich diese postulierte Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt fŸrdie Zeit von 1950 bis 2000 darstellt, wird anhand der Angaben inStelleninseraten empirisch untersucht. FŸr die empirische Auswertung zur VerfŸgung steht einereprŠsentative Stichprobe von rund 35'000 Stellenangeboten, wie sie inDeutschschweizer Zeitungen in den letzten 50 Jahren erschienen sind. Mitdieser Fokusierung auf die Nachfrageseite verfŸgen wir Ÿber detaillierte Angaben zum verlangtenQualifikationsprofil. Ausserdem lassen sich strukturelle Verschiebungen undkonjunkturelle Schwankungen im Zeitverlauf verfolgen.

Peter SCHALLBERGERND
Institut für Soziologie Universität Bern,  schallberger@soz.unibe.ch

Eine neue Generation von Unternehmerinnen und Unternehmern in der Schweiz? Eine exemplarische Fallanalyse

Im Referat sollen erste Zwischenergebnisse aus einem Forschungsprojekt vorgestellt werden, das ich im Rahmen des NFP 43 («Bildung und Beschäftigung») durchführe. Im Zen-trum des Projekts steht die Frage, aufgrund welcher Persönlichkeitsmerkmale und Geisteshaltungen es jungen Unternehmensgründer/innen gelingt, die ökonomischen, kulturellen und sozialen Ressourcen zu mobilisieren, die für die Bottom-Up-Gründung eines Unternehmens erforderlich sind. Anhand von 20 Einzelfallstudien soll unter anderem geklärt werden, welchen Einfluss das soziokulturelle Herkunftsmilieu und die individuelle Bildungsgeschichte auf die Genese unternehmerischer Habitus- und Menta-litätsformationen haben. Das Projekt ist auf qualitativ-empirische Typenbildung ausgerichtet. Anhand einer exemplarischen Fallanalyse soll im Referat insbesondere gezeigt werden, in welcher Weise das aus der Kultursoziologie stammende interpretative Forschungsverfahren der «objektiven Hermeneutik» für die Behandlung wirtschaftssoziologischer Fragestellungen fruchtbar gemacht werden kann.




Socio.01
Département de Sociologie, Université de Genève
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